Von Segelparadies zu Segelparadies: Bay of Islands versus Marlborough Sounds

Neuseeland gilt als Seglerparadies schlechthin. Zurecht. Zumindest, wenn man von den Cruiser-Gebieten Bay of Islands, Hauraki Golf oder Marlborough Sounds spricht. Nachdem wir im April in der Bay of Islands waren und uns derzeit in den Marlborough Sounds, genauer gesagt im ersten der Sounds, dem Queen Charlotte Sound befinden, ist es Zeit, einen Vergleich anzustellen. Welches Gebiet ist für Cruiser besser geeignet und warum? Was sind die Vorzüge von beiden? Was die Nachteile?

Bay of Islands versus Marlborough Sounds

+ gut erreichbar: Wer in die Bay of Islands möchte, der kommt meist von Auckland oder Whangarei / Nortland und segelt somit durch den Hauraki Golf oder Northland. Beides Gebiete, in denen Segler ihre Freude haben: Gut kalkulierbare Winde, spannende Offshore-Inseln, relativ betrachtet üppiges Meeresleben. + Fantastische Landschaft: Die Sounds beeindrucken einfach. Bei Regenwetter hängen die Wolken dramatisch tief über den grünen Hügeln, und bei Schönwetter taucht die Sonne die hohen Berge in fantastisches Licht. Die Inseln und Hügeln sind aber nicht nur vom Wasser aus betrachtet großartig, sie halten ihr Versprechen auch, wenn man sie besteigt. Zahlreiche Wanderwege bieten jede Menge Möglichkeit, die Marlborough Sounds zu entdecken.
+ historische Schauplätze: Mit Waitangi liegt einer der historisch wichtigsten Orte in der Bay of Islands: Der Vertrag von Waitangi aus dem Jahr 1840 wurde zwischen den Maori-Stämmen und der englischen Regierung getroffen und gilt als Grundvereinbarung fürs Zusammenleben zwischen den indigenen Maori und den Pakeha in Neuseeland. + besser erhalten: In den Marlborough Sounds gibt es zahlreiche Inseln, die “Pest-Free”, dh. frei von fremden Getier wie Ratten, Wieseln, Hermelinen etc. gehalten werden. So können indigene neuseeländische Vögel wie Weka (Maori Huhn) oder Kereru (größte Taube), die am Festland kaum noch zu entdecken sind, dort noch frei leben.
+ Vielfältiges Meeresleben: Auch wenn die Hobbyfischer ihre Spuren hinterlassen haben und man in der Bay of Islands kaum noch Fische fangen kann, die die Angel nehmen, ist das Meeresleben durchaus als vielfältig zu beschreiben. Taucher und Speerfischer können sich freuen.+ Meeresleben: Auch wenn in den inneren Sounds zwischen Tori Channel und Picton kaum Fische zu finden sind, ist der Reichtum an Fischen, aber auch Seehunden, Delfinen und anderen Meerestieren in den Äußeren Sounds extrem beeindruckend.
+ Seicht: Auch wenn man Gefahr läuft, mit dem Kiel am Meeresboden zu scharren, macht die Wassertiefe von durchschnittlich 5 Metern die Bay of Islands leicht tauchbar und deshalb gerade für Freediver interessant. Außerdem kann man so einfach einen Ankerplatz finden. + Shopping: Der Waikawa-Yachthafen ist zwar ziemlich chaotisch und sehr eng, doch immerhin ist er umgeben von zahlreichen Boots-Geschäften und Yacht-Shops. Der Hafen in Picton hat einen Kai für Besucherboote, und Supermärkte sind zu Fuß erreichbar.
- Shopping: weder in den Städten Russel noch in Paihia gibt es Supermärkte oder Bootsgeschäfte nahe der Yachthäfen; die nächste, ständig offene Tankstation liegt genauso in Opua wie die Bootsshops, dh. weitere 3 Seemeilen von Paihia entfernt. - / + Wechselhaft: Segeln ist wirklich herausfordernd und man muss mit allem rechnen. Es ist nicht ungewöhnlich, sondern zählt zum Standard, dass sich die Windrichtung Innerhalb von 1 Seemeile ändert.
- Tiefe Buchten: zwar kann man sehr nah an der Küste ankern, aber Ankerplätze unter 15 Meter zu finden ist schwierig. Außerdem lässt die Haltbarkeit der Ankerplätze zu wünschen übrig; meist befinden sich Geröll, Gesteine oder Muscheln am Meeresboden, was das Ankern erschwert.
- Achtung Fähre: Gerade zwischen Tori Kanal und Picton muss man mit viel Bootverkehr rechnen. Gerade die Fähre, die von Wellington nach Picton führt und die Nord- mit der Südinsel verbindet, sorgt für hohen Wellengang.
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Beide: 

+/- nie allein: Das kann man positiv wie negativ betrachten. Beide Gebiete sind definitiv gut besucht. Wir empfanden die Bay of Islands noch eine Spur intensiver und fanden kaum eine Bucht ohne Boote. Allerdings waren wir dort wie in den Marlborough Sounds nicht in der Hochsaison unterwegs.

+/- ziemlich große Yachthäfen: Opua  (Bay of Islands) und Waikawa (Marlborough Sounds) sind zwar mit Aucklands Yachthäfen nicht  vergleichbar, zählen aber definitiv zu den Spitzenreitern in Neuseeland.

Bay of Islands versus Marlborough Sounds: Der Vergleich zeigt, dass die beiden Gebiete kaum unterschiedlicher seinkönnten. Bay of Islands ist “Champagne Sailing”, beschreibt mein Partner die Differenz. Dort braucht man keine jahrelange Erfahrung, sondern kann einfach entspannt cruisen. Die Marlborough Sounds hingegen sind für Segler extrem herausfordernd, Technik ist gefragt.

Gerade die Unterschiedlichkeit der beiden Segel-Gebiete macht das Ganze jedoch so spannend: In Neuseeland ist für jeden Cruiser-Typus das Passende dabei!

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