Marina-Hopping: Von Yachthafen zu Yachthafen um Neuseeland – Teil 1

Wer so viele abgelegene Buchten in der Natur zu Verfügung hat wie wir in Neuseeland, der kann auf ein Anlegen in Yachthäfen gut und gern verzichten. Dennoch ist Letzteres manchmal notwendig – sei es, um sich vor Stürmen buchstäblich im sicheren Hafen zu wähnen, um (Diesel) aufzutanken, sich mit Proviant zu versorgen oder Freunde zu treffen.

Auf unserer Neuseeland-Umsegelung haben wir deshalb in dem einen oder anderen Yachthafen angelegt. Preislich unterscheiden sich die Yachthäfen kaum (bei unseren 8 Metern liegen sie zwischen 20 und 30 NZD / Nacht). Dafür kann man in Sachen Gastfreundschaft, Service und Infrastruktur so manches blaue Wunder erleben.

Hier ist unsere Liste samt ganz persönlichen, subjektiven Empfehlungen:

-) Tauranga Bridge Marina

Die Bridge Marina in Tauranga läuft ein bisschen außerhalb aller Konkurrenz, ist sie doch unser “Heimathafen”. Nachdem mein Partner T.A. von der Bay of Plenty bzw. Tauranga kommt, befand sich Kahu in der Bridge Marina einige Monate lang in einem Liegeplatz. Wir hätten es bei weitem schlechter treffen können.

+

voll ausgestattet mit einigen Duschen und WCs, Waschmöglichkeit, Wasserleitungen und Tank-Station

Internet ist nur limitiert vorhanden (1 MB gratis-Zugang im Café, kein Zugriff aufs Wlan in den Liegestellen)

24/7 Sicherheit inklusive verschlossenen Gates und Wachpersonal

keine Einkaufsmöglichkeiten

großer Parkplatz

keine öffentlichen Verkehrsmittel; Tauranga und Mount Maunganui sind jeweils zu Fuß in ca. 30 Minuten (durchs Industriegebiet) zu erreichen

mit Café und Restaurant in der Marina ist fürs leibliche Wohl gesorgt

Hebelift und Werft nebenan (inkl. sehr preiswertem Anti-Failing)

Gäste-Liegestellen vorhanden

gute Mischung aus “Liveaboards” und Gästen

tauranga2

Contact:

101 Te Awanui Drive, SH 2, Tauranga, 3116, NZ
Phone: +64 7 575 8264
Email: info@marina.co.nz

 -) Whitianga Marina Society 

Die Whitianga Marina war der einzige Yachthafen, in dem wir auf unserer 6-wöchigen Frühjahrs-Segeltour im März angelegt haben.

+

Gäste-Liegestellen waren ausreichend vorhanden

kein gratis Internet für Cruisers (generell war flottes, unlimitiertes Wlan in Whitianga nur schwer auffindbar)

gute Erreichbarkeit via Telefon und Email

netter Lounge-Bereich inkl. Küche

Hebelift und Werft vorhanden

Duschen und WCs, Wasser, Waschmöglichkeiten und Tank-Station standen zu Verfügung

mitten in Whitianga, somit sind sämtliche Restaurants, Shops und anderes Vergnügen leicht zu erreichen

24 Stunden Sicherheitsüberwachung

Contact:

Dundas Street, Whitianga 3510, NZ
Phone: + 64 7 866 2456
Email: info@whitiangamarina.co.nz

-) Napier Sailing Club 

Der erste Yachthafen auf unserer Nomad Ocean Tour. Wir landeten eher notgedrungen dort, weil eine Schlechtwetter aka Sturmfront über Weihnachten übers Land einbrach. Die Marina war … eine der größten, positiven Überraschungen – vor allem wegen der großen Gastfreundschaft.

+

klein, aber fein: Gäste-Liegeplätze sind zwar beschränkt, aber sie machen Platz (und kommen auch Preismäßig entgegen)

LPG-Gas-Auffüllstattion ist zu Fuß 40 Minuten entfernt

herrliche Duschen und WCs, Wasser, Waschmöglichkeiten und Tank-Station standen zu Verfügung

keine Bootsshops in der Nähe

Liveaboards sind extrem gastfreundlich und laden sogar ein, sich mit Grünzeug aus dem Garten zu bedienen

Tank-Station ist vorhanden, aber recht schwer zugänglich

großer Lounge-Bereich

das wohl beste, schnellste, gratis-Internet, das man sich vorstellen kann

zahlreiche Lokale stehen im Yachthafen zur Auswahl, außerdem ist das kleine ex-Fischerdorf Ahuriri einen Spaziergang entfernt. Dort trifft man eine bunte Mischung aus Einheimischen, Touristen, .. und hat immer etwas Neues zu entdecken. Außerdem haben wir einen Mediterranen Delikatessen-Shop gefunden, in dem man recht günstig außergewöhnliche Köstlichkeiten einkaufen kann.

am Wochenende trifft sich die Segler-Community zum Essen und Trinken im Segelclub

Busstation für Transport nach Napier befindet sich gegenüber der Marina (allerdings sind die Busse teuer und fahren bloß alle heilige Zeiten, aber dafür kann der Yachthafen selbst nichts)

sehr schöne Anlage mit grünem Garten zum Chillen

napier

Contact:

63 West Quay, Ahuriri, Napier, NZ
Phone: +64 6 835 3811

-) Waikawa Marina

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sehr geschützt in den Queen Charlotte Sounds

extrem eng, klein und sehr schmutzig

Wasser, kleine Wasch-Möglichkeit und Tank-Station vorhanden

keine Duschen; WC und Duschmöglichkeiten befinden sich ausschließlich in einem öffentlichen WC auf dem Parkplatz

der Yachthafen ist von zahlreichen Bootsshops umgeben, was ihn zu einem idealen Stopover für Reparaturen und Besorgungen macht

wenig entgegenkommend und teuer: obwohl einige Liegestellen frei waren, wurden wir vom Marine Manager auf einem öffentlichen Kai “abgestellt”. Kahu konnten wir nur über eine brüchige Holzleiter verlassen; sie befand sich auf öffentlichem Grund, an ein Verlassen des Boots war aus Sicherheitsgründen nicht zu denken: Jeder konnte Kahu betreten. Dass wir mit dieser Vorsicht richtig lagen zeigte die Tatsache, dass Betrunkene von einem Wassertaxi abgesetzt wurden und über Kahu ins Bierlokal über uns stolperten. Für dieses “Erlebnis” zahlten wir übrigens die volle Liegestellen-Gebühr.

Café bzw. Restaurant (mit Internet) vorhanden

kein Supermarkt in der Nähe

der Boating Club mit Clubhouse befindet sich im Yachthafen

waikawa

Contact:

Beach Road, Waikawa 7220, NZ
M +64 3 520 3395
Email: waikawa@msmarinas.co.nz

>> Fortsetzung folgt… 

2 Replies to "Marina-Hopping: Von Yachthafen zu Yachthafen um Neuseeland - Teil 1"

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    Louis 14 March 2018 (7 h 56 min)

    Man könnte meinen Internet sei das wichtigste im Leben. Bewachung rund um die Uhr, was soll das? das ist Neuseeland und nicht Europa. In Neuseeland weiss man noch wem was gehört. Und wenn mal ein betrunkener uebers Boot tapt, irgendwie muss er ja an Land.
    Wieso müsse immer Duschen da sein, das Boot ist ja im Wasser und hinten hat es eine Leiter.

    • comment-avatar
      Doris Neubauer 22 March 2018 (21 h 36 min)

      Hallo Luis, ein interessanter Kommentar, den ich jetzt einfach mal stehen lasse. Und für den Satz “in Neuseeland weiß man noch, wem was gehört” empfehle ich über die Geschichte des Landes sowie über die aktuellen Waitangi-Tribunals nachzulesen. Beides ist ziemlich spannend.

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